Newsletter, Dezember 2020

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

sehr geehrte Damen und Herren und Interessierte,

diese Themen finden Sie heute in unserem Newsletter:

  • CCS
  • die Farben des Wasserstoffs
  • EU-Kommission will Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • LNG (verflüssigtes Erdgas)
  • Freiwillige Mitgliedsbeiträge

CCS (Carbon Capture and Storrage)

Wir haben unseren CCS-Flyer überarbeitet, da sich in der letzten Zeit sehr viel getan hat.

Jetzt hat sich der Fokus  auf Erdgas, aus Erdgas gewonnenen „blauen“ bzw. „grauen“ Wasserstoff sowie Industrieemissionen verlagert.

Die Bundesregierung schrieb in ihrem Klimaschutzprogramm vom Herbst 2019:

„Die große Mehrheit der Studien und Szenarien habe bestätigt, dass die CCS-Technologie unverzichtbar sei für unvermeidbare Prozessemissionen der Grundstoffindustrie (Zement, Stahl, Chemie)“. Auch auf EU- und internationaler Ebene wird derzeit wieder fleißig für CCS geworben, während der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) massiv behindert wird, gerade auch in Deutschland.

Die Bürger fordern die Versorgung durch erneuerbare Energien und ein schnelles Ende der fossilen Energie.

Wo liegen die Risiken der CCS-Technik für Mensch und Umwelt?

👉  Sind die geologischen Speicher dicht? Laut Weltklimarat muss die Dichtigkeit für zehntausend Jahre gewährleistet sein, um von einem positiven Klimaeffekt reden zu können. Selbst die für CCS arbeitenden Wissenschaftler geben zu: “Kein Speicher kann 100%ig dicht sein“.      

👉 CCS  gefährdet die Trinkwasserversorgung der Bundesrepublik für Jahrhunderte durch irreversible Kontaminierung.

👉 Ab ca. 8% in der Atemluft wirkt CO2 tödlich.

👉 Bei Leckagen aus CO2-Endlagern unter dem Festland drohen hohe Konzentrationen des CO2 im Boden und die Wurzelatmung der Pflanzen wird behindert. Die Pflanzen sterben ab.

👉 Bei Leckagen aus CO2-Endlagern unter dem Meeresboden kommt es zur pH-Wert Senkung des Meereswassers und dadurch zu ökologischen Schäden z.b. bei Schalentieren und Fischbrut. Korallen und Kalkalgen können keine Kalkskelette ausbilden.

👉 Für Abscheidung, Transport und Verpressung des CO2 erhöht sich die erforderliche Strommenge um 30 bis 40% und damit ebenso die Menge des zu verpressenden CO2.

 👉 Diese teure Technik wird erst durch Subventionen in Milliardenhöhe aus öffentlichen Kassen attraktiv.

 👉 Wegen der hohen Risiken will keine Versicherung CO2-Endlager versichern. Die Risiken sollen deshalb sozialisiert werden.

👉 CCS behindert massiv den Ausbau und Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energie

Wir stellen fest:

CCS dient nicht dem Klimaschutz. Es ist ein Angriff auf die Lebensgrundlagen von Mensch und Umwelt.

CCS ist  ein Anschlag auf die Lebensgrundlagen der  Menschheit und menschenverachtend.

Detaillierte Informationen finden sich hier:

Hier der passende link: https://bit.ly/34v7lQj

Die Farben des Wasserstoffs

Sauberes Erdgas ist eine dreckige Lüge! 
#NoRoomForGas

Was ist grüner, blauer, grauer oder türkiser Wasserstoff

  • Grüner Wasserstoff Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Die Produktion von grünem Wasserstoff ist damit CO2-frei.
    • Grauer Wasserstoff Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen. In der Regel wird bei der Herstellung Erdgas unter Hitze in Wasserstoff und CO2 umgewandelt (Dampfreformierung). Das CO2 wird anschließend ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben und verstärkt so den globalen Treibhauseffekt: Bei der Produktion einer Tonne Wasserstoff entstehen rund 10 Tonnen CO2.
    • Blauer Wasserstoff  Blauer Wasserstoff ist grauer Wasserstoff, dessen CO2 bei der Entstehung jedoch abgeschieden wird (CCS), und die Wasserstoffproduktion wird daher als bilanziell  CO2-neutral betrachtet.
    • Türkiser Wasserstoff Türkiser Wasserstoff ist Wasserstoff, der über die thermische Spaltung von Methan (Methanpyrolyse) hergestellt wurde. Durch hohen Energieeinsatz entsteht Anstelle von CO2  fester Kohlenstoff. Türkiser Wasserstoff ist ökonomischer

EU-Kommission will per Gesetz fossile Brennstoffe von Förderungen ausschließen

Die EU-Kommission will fossile Brennstoffe von staatlicher Förderung ausschließen. Die neuen Regeln müssen sicherstellen, dass grüne Investitionen in der EU nicht „grün gewaschen“ sind: Weder Kohle, Öl, Gas, brauner Wasserstoff, Wasserkraft unter Zerstörung von Ökosystemen oder ganze Bäume, die für Energie verbrannt werden, sollten einen Cent erhalten.

Es ist erfreulich, dass die EU-Kommission endlich aufzuwachen scheint. Die fossile Wirtschaft wird aber auch 170 Jahre nach Beginn der industriellen Revolution weiter für die hunderte von Milliarden Euro lobbyieren, die erforderlich sind, damit sich fossile Energieträger gegen die wesentlich preiswerteren EE behaupten können.

https://act.wemove.eu/campaigns/stoppt-fake-green?utm_source=civimail-34114&utm_medium=email&utm_campaign=20201215_DE

LNG (verflüssigtes Erdgas) -Terminal in Brunsbüttel

Landtag und Jamaikakoalition müssen Ihre Unterstützung für den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel zurückziehen. Öffentliche Gelder aus Landes- und Bundesmitteln

dürfen nicht zur Förderung von LNG-Terminals verausgabt werden und müssen aus dem

Landeshaushalt genommen werden.

Bei Förderung, Transport und Nutzung von Erdgas entweichen große Mengen fossiles Methan, das auf 20 Jahre gerechnet ein 87 Mal stärkeres Treibhausgas ist als CO2 . Fossiles Methan ist schon heute ein signifikanter Treiber der globalen Erwärmung. 430 Mio. t CO2eq werden derzeit alleine durch den Schiffstransport von LNG jährlich verursacht. Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge.

Das LNG-Terminal verstößt gegen die Position der Landespartei der Grünen, die in den zwei Papieren “Vorfahrt für den Klimaschutz, auch beim LNG-Terminal in Brunsbüttel” und “Ablehnung LNG-Terminal nebst Anschlussleitung” definiert sind.

Über das LNG-Terminal würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefracktes Gas aus den USA importiert werden. Was in Deutschland aus guten Gründen verboten ist, darf nicht aus anderen Ländern importiert werden! SH darf keinen Ökozid fördern, schon gar nicht mit Subventionen!

Das Angebot von Finanzminister Olaf Scholz, das LNG-Terminal in Brunsbüttel und Wilhelmshaven mit bis zu €1 Milliarde zu subventionieren, ist ein diplomatisches Geschenk an die USA, um den Bau von Nord Stream 2 zu ermöglichen.

Zusätzliche Erdgaskapazitäten aus dem Osten wie aus dem Westen fördern aber die eskalierende Klimakrise.

Der Ausbau von Gasinfrastruktur mit einer Lebenszeit von 30 bis 50 Jahren soll weiterhin mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Dies verstärkt entweder die fossilen Lock-

In-Effekte oder generiert „Investitionsruinen“ mit der möglichen Folge einer neuen Finanzkrise. Ähnliche Dynamiken können wir derzeit beim Thema Kohlekraftwerk Moorburg beobachten.

Das Terminal darf aus bauplanrechtlicher sowie genehmigungsrechtlicher Sicht nicht realisiert werden und verstößt gegen europäisches und nationales Störfallrecht.

QUELLEN

zu 1 – https://www.dovepress.com/methane-emissions-and-climatic-warming-risk-from-hydraulic-fracturing–peer-reviewed-article-EECT

zu 2 – https://docplayer.org/20229970-Nachhaltige-mobilitaet-im-21-jahrhundert.html 

https://planfeststellung.bob-sh.de/file/4b2ac370-1b24-11ea-9389-00505697774f/4c825114-1d8d-11ea-9389-00505697774f

zu 3 – https://www.energate-messenger.de/news/188423/rwe-sichert-sich-lng-mengen-aus-den-usa 

https://www.insidemarine.com/index.php/news/ports-harbours/1268-rwe-and-german-lng-terminal-sign-capacity-contract-for-germany-s-first-lng-terminalc

zu 4 – https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/warum-erdgas-europas-klimaziele-gefaehrdet-milliarden-fuer-eine-infrastruktur-die-so-nicht-gebraucht-wird/26237262.html 

zu 6 – https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energiewende/DUH_Gutachten_LNG_Terminal_final.pdf 

Freiwillige Mitgliedsbeiträge

Bei der  Mitgliederversammlung im November 2018 wurde beschlossen, die Mitglieder der Bürgerinitiative um freiwillige Mitgliedsbeiträge zu bitten.

Wir freuen uns sehr darüber, dass unser Aufruf, einen freiwilligen, jährlichen Mitgliedsbeitrag*) zu leisten, gut angenommen wird.

Dies gibt uns mehr Planungssicherheit für kommende Aktionen. Vielen Dank dafür!

*) Empfehlung: einfache Mitglieder 12 €; Gemeinden 150-300 €; Kreise 1500 €

Der Vorstand

Wir wünschen allen ein erholsames Weihnachtsfest, Gesundheit und einen guten Start ins Neue Jahr.

Wir gehen davon aus, dass wir uns im Frühsommer zu unserer Jahreshauptversammlung wieder sehen können.

V.i.S.d.P.: Dr. Reinhard Knof

Spendenaufruf:

Jede Spende hilft!

Für unsere Arbeit, wie z.B. den Druck von Plakaten, Unterschriftenlisten und Flyern und laufende Kosten benötigen wir neben unserem ehrenamtlichen Engagement auch Geld.

Wir bitten deshalb um Spenden, die bis zu einer Höhe von 200 Euro durch den Überweisungsbeleg direkt steuerlich geltend gemacht werden können. Für höhere Summen und auf Wunsch erstellen wir eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt. Überweisungen bitte auf das hier angegebene Konto der als gemeinnützig anerkannten Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V. tätigen.

IBAN: DE86 2176 3542 0007 7190 19     BIC: GENODEF1BDS bei der VR-Bank

                                                             ***

Mehr Infos unter:

http://www.kein-co2-endlager.de/

https://www.facebook.com/Kein-CO2-Endlager-175897405789374/